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 Evaluationsstudie Sprachförderung mit dem Elefanten

Das Projekt ist abgeschlossen.

 

Leitung: Prof. Dr. Rosemarie Tracy, Dr. Holger Hopp

Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Angl. Sebastian Frank (ausgeschieden)

Wiss. Hilfskräfte: Miriam Frank, Miriam Alem, Nadine Heidrich, Jutta Köhler, Yvonne Konrad, Hannah Küßner

Projektpartner: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

 
  

 

Ausgangspunkt:   Bildungspolitischer Hintergrund

Ein wichtiges Ziel des Nationalen Integrationsplans der Bundesrepublik Deutschland ist die Beseitigung der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Voraussetzung für das erfolgreiche Durchlaufen von Bildungsinstitutionen und den Zugang zum Arbeitsmarkt ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Um Kindern mit Migrationshintergrund schon früh die Aneignung der notwendigen Grundkenntnisse der deutschen  Sprache zu ermöglichen, sind in den letzten Jahren bundesweit viele Sprachförderkonzepte und -projekte auf den Weg gebracht worden.

In diesem Zusammenhang entstand auch die Idee, ausgewählte Ausschnitte der vom WDR produzierten „Sendung mit dem Elefanten“, die Vorschulkindern altersgemäße Bildungsinhalte zu vermitteln sucht, mit geeigneten Begleitmaterialien für die Sprachförderung zu versehen. Dadurch soll ein medial unterstütztes Förderkonzept geschaffen werden, das in Kindertagesstätten (oder auch direkt in Familien) zum Einsatz kommen kann.

Die Mannheimer Evaluationsstudie

Die vom BMFSFJ in Auftrag gegebene Evaluationsstudie untersucht die Eignung und Effizienz der im Zusammenhang mit der „Sendung mit dem Elefanten“ vom Bildungsverlag EINS publizierten Materialien (DVDs, Hörbücher, Begleitinformation für Sprachförderkräfte) für die Sprachförderung, insbesondere in vorschulischen Einrichtungen. Mit der Durchführung der Evaluation wurden Wissenschaftler der Universität Mannheim beauftragt, die sich in ihrer Forschung mit dem Spracherwerb und der Mehrsprachigkeit beschäftigen.

Es werden folgende Aspekte untersucht

- die Eignung der Materialien für Sprachförderung,
- die praktische Umsetzbarkeit (Einsatz der Materialien),
- die Angemessenheit für die Zielgruppe(n) und
- die Vorteile des Einsatzes der Fördermaterialien in der Sprachförderung.

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Alter von 4-6 Jahren. Dabei dienen monolinguale deutschsprachige Kinder als Kontrollgruppe.  


Im Mittelpunkt der Studie stehen die folgenden spezifischen Fragen:

(1) Eignen sich die Fördermaterialien (von Auswahl, Inhalten und Konzeption) aus Sicht der Spracherwerbsforschung für Sprachförderung, d.h. orientieren sie sich an bekannten Schwierigkeiten und Meilensteinen in der kindlichen (Zweit-) Sprachentwicklung und bieten sie relevanten Input?

(2) Eignen sich die Materialien aus Sicht der Anwender, d.h. der ErzieherInnen und    pädagogischer Fachkräfte, für die Sprachförderung in KiTas?

(3) Sind die sprachlichen (und visuellen) Fördermaterialien für Kinder im Alter von 4-6 Jahren verständlich? Können Kinder den in den Sprachfördersendungen präsentierten Inhalten folgen?

(4) Ergeben sich zwischen Vorher- und Nachher-Untersuchungen sprachliche
Wissenszuwächse, die sich mit dem Sprachangebot der Sendung und den Fördermaterialien in Verbindung bringen lassen?

(5) Ist die gezielte Aufbereitung mit den entwickelten Zusatzmaterialien einem
(einfachen) gemeinsamen Betrachten der Sendung von ErzieherInnen und Kindern überlegen? Schafft die Aufbereitung mit den Fördermaterialien mehr Kommunikationsanlässe für Kinder?

Methodisches Vorgehen

In Vorher-Nachher-Untersuchungen kommen etablierte linguistische und psycho-linguistische Methoden zum Einsatz. Neben der gezielten Elizitation von Spontansprache zur Ermittlung des jeweiligen Sprachstands in ausgewählten Bereichen der Grammatik und des Wortschatzes werden Verfahren der Blickbewegungsmessung eingesetzt, mithilfe derer das Verständnis und die Aufmerksamkeitslenkung beim Schauen ausgewählter Sendungsbeiträge überprüft wird. Videoausschnitte, in denen das kommunikative Verhalten der Kinder festgehalten wird, werden qualitativ und quantitativ ausgewertet. Die Zufriedenheit mit den Einsatzmöglichkeiten der Fördermaterialien seitens der pädagogischen Fachkräfte wird mithilfe eines Fragebogens und eines gelenkten Interviews erhoben.

Abschluss

Das Projekt wurde im Dezember 2009 abgeschlossen. Die Kurzversion des Abschlussberichts ist hier einzusehen:

Kurzversion: Abschlussbericht

Der ausführliche Abschlussbericht ist auf Anfrage per E-Mail erhältlich.


 
 
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