MEG-SKoRe I & II – Sprachliche und kognitive Ressourcen der Mehrsprachigkeit im Englischerwerb in der Grundschule

Leitung:

Dr. Dieter Thoma


Verbundprojekt mit TU Brauschweig, Leitung dort:

Prof. Dr. Holger Hopp

 

 

 

 


 


Wiss. MitarbeiterInnen: 
Teresa Kieseier, M.A.

Dr. Markus Vogelbacher

 

 

  Studentische Hilfskräfte:

  Anne Apel

  Leslie Willis

 

Projektpartner: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Forschungsinitiative Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit (KoMBi), Förderkennzeichen 01JM1401 und 01JM1702B

 

 

Projekthomepage:  www.megskore.de/

 

Ziele und Forschungsfragen

Das Forschungsprojekt „MEG-SKoRe - Sprachliche und Kognitive Ressourcen der Mehrsprachigkeit im Englischerwerb in der Grundschule" untersuchte, inwiefern lebensweltliche Mehrsprachigkeit, d.h. das Aufwachsen mit mehr als einer Sprache neben Deutsch, eine Ressource im frühen Englischunterricht in der Primarstufe darstellt. Das Projekt fokussierte auf die Frage, ob mehrsprachig aufwachsende Grundschüler/innen mit Deutsch als Zweitsprache unterschiedliche Erwerbsbedingungen und -verläufe im frühen Englischerwerb gegenüber monolingualen Schüler/innen zeigen.

Dabei stellte das Projekt folgende Forschungsfragen:

(a) Welche spezifischen Aspekte der Mehrsprachigkeit haben Einfluss auf den Englischerwerb?

(b) Kann Mehrsprachigkeit als Ressource in der Fremdsprachendidaktik genutzt werden?

Design und Methoden

Der Einfluss des Faktors Mehrsprachigkeit auf die Englischkompetenz wurde unter Einbezug von Kontrollfaktoren untersucht. Hier wurden sowohl individuelle sprachliche, kognitive und soziale sowie schulische und institutionelle Faktoren berücksichtigt.

Die Daten wurden an zwei Testzeitpunkten von den gleichen Schülern am Ende der dritten (Mai-Juli 2015) und am Ende der vierten Grundschulklasse (Mai-Juli 2016) an sechs Regelgrundschulen in der Rhein-Neckar-Region erhoben. Insgesamt nahmen an der Studie 200 Schüler/innen teil, davon 44% mit einsprachig deutschem und 56 % mit mehrsprachigem Hintergrund. Die Gruppe der mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler umfasste dabei ein breites Spektrum von 25 unterschiedlichen Erstsprachen.

Ergebnisse und Ausblick

Die Ergebnisse belegen, dass Mehrsprachigkeit im Zusammenspiel mit weiteren individuellen Faktoren wie hoher Sprachbewusstheit (Einsatz metalinguistischer Fertigkeiten) und hohem Sprachbewusstsein (Fähigkeit über Sprache nachzudenken) sowie einem großen Wortschatz in der Muttersprache und kognitiven Fertigkeiten eine individuelle Ressource im Erlernen einer schulischen Fremdsprache darstellt.

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass schulische Faktoren wie beispielsweise Qualifikation und Sprachfertigkeit der Lehrer/innen entscheidende Faktoren für die sprachlichen Kompetenzen der Schüler/innen sind. Weiterhin zeigt sich, dass bislang kaum bzw. keine mehrsprachigkeitsdidaktischen Elemente im Englischunterricht der Primarstufe eingesetzt werden. Das heißt, die potenziellen Ressourcen mehrsprachiger Schüler/innen werden nicht gezielt didaktisch angesprochen. Vor diesem Hintergrund liefern die bisherigen Projektergebnisse die Grundlage für eine zweite Projektphase.

In einer Interventionsstudie untersucht das Forschungsvorhaben in der zweiten Projektphase (Förderkennzeichen: 01JM1702B) die zentrale Forschungsfrage, wie das gezielte didaktische Ansprechen metasprachlicher Ressourcen mehrsprachiger Schüler/innen unter kontrollierten Unterrichtsbedingungen zu messbaren Kompetenzfortschritten und höherer Unterrichtsbeteiligung im frühen schulischen Fremdsprachenerwerb des Englischen führt.

Für nähere Informationen zur zweiten Phase des Projektes klicken Sie hier (www.megskore.de).

 

Publikationen

Hopp, H., Kieseier, T., Vogelbacher, M., Köser, S., & Thoma, D. (2017). Mehrsprachigkeit und metalinguistische Bewusstheit im Englischerwerb in der Grundschule. In I. Fuchs, S. Jeuk, & W. Knapp
(Hrsg.), Mehrsprachigkeit: Spracherwerb, Unterrichtsprozesse, Seiteneinstieg (pp. 55-74). Stuttgart: Fillibach bei Klett.

Hopp, H., Kieseier, T., Vogelbacher, M., & Thoma, D. (2018). Einflüsse und Potenziale der Mehrsprachigkeit im Englischerwerb in der Primarstufe. In G. Mehlhorn & B. Brehmer (Hrsg.), Potenziale von Herkunftssprachen: Sprachliche und außersprachliche Einflussfaktoren (pp. 57-80). Tübingen: Stauffenburg.

Hopp, H., Kieseier, T., Vogelbacher, M., & Thoma, D. (im Erscheinen). L1 effects in the early L3 acquisition of vocabulary and grammar. In A Bonnet & P. Siemund (Eds.) Foreign language education in multilingual classrooms (pp. 306-330). Amsterdam: John Benjamins.

 

 

 


 
 
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