Wirksamkeitsstudie „Migration - Integration - Begabung fördern“

Leitung: Dr. Ira Gawlitzek


Projektkoordination: Markus Vogelbacher, Liudmila Loboda

 

Wiss. Hilfskräfte: Tim Greiner, Stefan Benz, Leevke Feenders, Theresa Ockert, Zeynep Özen, Eva Steinfeld, Anne Bloch, Elisabeth Schürg, Annelie Häger, Kristin Göbel

 

 

Projektpartner: Akademie für Information und Management Heilbronn-Franken gGmbH

 

Bildungspolitischer Hintergrund

Spätestens seit der ersten PISA Studie ist Bildung zu einem präsenten Thema geworden. Regelmäßig werden Sprachkompetenz und -förderung, mathematische Kompetenzen und die daraus resultierenden Bildungschancen in den Medien behandelt. Es ist inzwischen Allgemeingut, dass mangelnde Deutschkenntnisse eine erfolgreiche schulische und berufliche Laufbahn be- oder gar verhindern. 

Ohne gezielte Förderung haben zum Beispiel Kinder mit Migrationshintergrund bis zur Einschulung keine realistische Chance, Rückstände im sprachlichen Bereich aufzuholen. Sowohl im Erstspracherwerb als auch im frühen Zweitspracherwerb ist es demnach wichtig, Erwerbsgelegenheiten gezielt zu optimieren und geeignete Bedingungen zu schaffen, damit Kinder potentiell vorhandenen Input überhaupt nutzen können. Diese sind auch Voraussetzung für einen erfolgreichen Literacy-Erwerb und eine erfolgreiche mathematische Grundbildung, die wiederum entscheidend die Lebenschancen beeinflussen. 

Nicht nur die Familien selbst, sondern auch Bildungsinstitutionen wie Kindertagesstätten und Grundschulen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Kinder im Spracherwerbsprozess zu begleiten und gegebenenfalls Fördermöglichkeiten anzubieten.

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt beinhaltet eine Wirksamkeits- und Begleitstudie zum Förderprogramm „Migration - Integration - Begabung fördern“ im Landkreis Heilbronn, das von der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken gGmbH koordiniert und finanziell unterstützt wird. Ziel des Programms ist die Stärkung der Bildungschancen für die Kinder an den teilnehmenden Kitas und Grundschulen.
Das Forschungsprojekt ist darauf ausgerichtet auf Grundlage eines umfassenden, wissenschaftlich fundierten und implementierbaren Konzeptes

a)  die Einrichtungen zu unterstützen und vorhandene Förderkonzepte – angepasst an
      die jeweiligen Rahmenbedingungen – zu optimieren und

b)  den Einfluss der Sprachförderung über Sprachkompetenz auf die
      Bildungschancen zu dokumentieren und evaluieren.

Da Sprachkompetenz die wichtigste Grundlage für Bildungschancen überhaupt ist werden Aspekte der sprachlichen Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Begleitung ganz zentral berücksichtigt und als Schlüsselkompetenzen für Bildungschancen insgesamt untersucht. In der Grundschule rücken dazu die Lesekompetenz und die mathematische Basiskompetenz mit in den Blick.
Zur Messung des Effekts der einzelnen Projekte, die in den beteiligten Einrichtungen durchgeführt werden, finden vor Ort in regelmäßigen Abständen Erhebungen des Sprachstandes und der mathematischen Basiskompetenz statt. Die AIM und die beteiligten Einrichtungen erhalten Rückmeldung in Form von formativer und summativer Evaluation.

  

Methodisches Vorgehen

Die Evaluations- und Begleitstudie zum Projekt MIB ist als Längsschnittuntersuchung angelegt, d.h. in regelmäßigen Zeitabständen werden der Sprachstand der teilnehmenden Kinder und wichtige Faktoren in ihrer institutionellen und familiären Umgebung erhoben. So können Aussagen über die Entwicklung der Kompetenzen der Kinder – insbesondere im sprachlichen Bereich – und den Einfluss der Förderung auf die Bildungschancen gemacht werden.

Die erste Datenerhebung findet im letzten Kita-Jahr vor dem Beginn der Förderung statt. Sie umfasst die Untersuchung der sprachlichen Kompetenz der Kinder, Interviews mit Kindern und Eltern sowie die Befragung der Leitungen der Kindertagesstätten und der pädagogischen Fachkräfte, die mit den im Projekt geförderten Kindern arbeiten. Gegen Ende des letzten Kita-Jahres wird nochmals der Sprachstand der Kinder erhoben.

Danach folgt in der Grundschule einmal im Jahr, vor Beginn der Sommerferien, die Untersuchung des Sprachstands der Kinder sowie die Testung der schriftsprachlichen Fähigkeiten und der mathematischen Grundkompetenz. Ebenfalls jährlich werden die Leitungen der Grundschulen und die mit den Kindern arbeitenden GrundschullehrerInnen befragt.

Zusätzlich werden jeweils zum Ende der zweiten und vierten Klasse Interviews mit den Kindern und den Eltern durchgeführt.
Der gleiche Erhebungsablauf wird mit Kontrollgruppen, die nicht an der spezifischen Förderung im Rahmen des MIB-Projekts teilnehmen, durchgeführt. Die Kontrollgruppen werden teilweise am Förderstandort, teilweise an externen Standorten für jeden Förderstandort unter Aspekten der strukturellen Ähnlichkeit ausgewählt.

Zwei Jahre nach dem ersten untersuchten Jahrgang wird an den Förderstandorten eine Folgekohorte, die ebenfalls im Rahmen des Projekts gefördert wird, erhoben. Die wissenschaftliche Begleitung der Folgekohorte erstreckt sich dabei vom letzten Kita-Jahr bis zur zweiten Klasse.

Präsentationen

Familiäre Faktoren und Schulerfolg 2015

Wissenschaftliche Begleitung MIB_Ergebnisse und Tipps - 3. Projektjahr

Wissenschaftliche Begleitung MIB_Ergebnisse und Tipps - 4. Projektjahr

Publikationen

Vogelbacher, Markus & Gawlitzek, Ira. (im Druck). “Zur Problematik objektiver Messung des Wortschatzerwerbs.“ Erscheint in: Ahrenholz, Berndt. (Hrsg.). Sprachstand erheben, Spracherwerb erforschen. Freiburg: Fillibach.


 
 
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